Gewichtsverlagerung

Es gibt drei Arten das Gewicht deines Fahrzeugs zu verlagern, durch:

  • Beschleunigung (Gas geben)
  • Entschleunigung (Bremsen
  • Richtungswechsel (Lenken)

Warum verlagert sich das Gewicht?

Gewichtsverlagerungen finden immer als Ergebnis einer Bewegungsänderung um den Schwerpunkt statt. Diese werden durch die Einstellung des Fahrwerks beeinflusst. Beim Beschleunigen, Bremsen oder Lenken wird das Chassis in umgekehrter Richtung belastet und drückt die Federn des Fahrwerks auf der einen Seite zusammen und auf der gegenüber liegenden Seite auseinander.

Kräfte um den Schwerpunkt des Chassis
Kräfte um den Schwerpunkt des Chassis

Beschleunigung – Gewichtsverlagerung nach hinten

Immer wenn du auf das Gas steigst und du beschleunigst, wird das Gewicht nach hinten verlagert. Dadurch werden die hinteren Federbeine leicht gestaucht und der Grip an den Hinterrädern vergrößert.

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Gewichtstransfer nach hinten durch Beschleunigung
Gewichtstransfer nach hinten durch Beschleunigung

Vorteile der Gewichtsverlagerung nach hinten

1. Wegziehen bei einem Auto mit Hinterradantrieb

Wenn Du einen guten Start benötigst, ist der Gewichtstransfer nach hinten genau das Richtige, was du brauchst. Dieses findet man bei heckangetriebenen Fahrzeugen. Desto höher die Beschleunigung ist, desto höher der Anpressdruck auf die angetriebenen Räder. Bei einem Auto mit Frontantrieb sieht es leider so aus, dass die Räder mit zunehmender Beschleunigung weniger Grip haben und als Ergebnis anfangen werden durchzudrehen. Man muss also weicher beschleunigen, umso mehr Kraft übertragen zu können (ähnlich wie bei der Schwellwertbremsung). Ein durchdrehendes Rad kann deutlich weniger Kraft übertragen.

2. Übersteuern verhindern bei einem Auto mit Frontantrieb

Übersteuern wird durch einen Mangel an Traktion an der Hinterachse erzeugt. Wenn du aber bei einem Auto mit Frontantrieb beschleunigst, dann wird die Gewichtsverlagerung nach hinten den Grip dort erhöhen und kann die Situation retten. Aber: Übersteuern bei einem Auto mit Heckantrieb wird in der Regel nicht durch beschleunigen gemildert! Die Reifen an der Hinterachse sind ja bereits über die Grenze belastet und können keine zusätzlichen Kräfte übertragen.

Nachteile der Gewichtsverlagerung nach hinten

Es kann ein Untersteuern ausgelöst werden

Ein Untersteuern resultiert aus dem Verlust der Traktion an den Vorderrädern. Wenn du bei der Einfahrt oder Durchfahrt einer Kurve noch beschleunigst, dann wird der Anpressdruck der vorderen Räder durch die Gewichtsverlagerung nach hinten verringert und das Fahrzeug wird dadurch eher geradeaus weiterfahren und deinem Lenkeinschlag nicht folgen.

Entschleunigen – Gewichtsverlagerung nach vorne

Autos können viel stärker bremsen als beschleunigen. Gewichtsverlagerungen beim Bremsen werden daher eher das Gleichgewicht deines Fahrzeuges beeinflussen.

Gewichtsverlagerung nach vorne durch bremsen
Gewichtsverlagerung nach vorne durch bremsen

Vorteil der Gewichtsverlagerung nach vorne

Ein Untersteuern wird verhindert

Wenn du eilig auf eine Kurve zufährst, das Lenkrad drehst und merkst, dass du dich auf einer geraden Linie von der Strecke befindest, dann bist du wohl zu schnell in diese Kurve eingebogen. Aber es ist noch nichts verloren! Gehe leicht vom Gas und es wird etwas Gewicht nach vorne verlagert werden. Das erhöht den Grip an den Vorderrädern und das wird hoffentlich reichen, um wieder auf die richtige Linie zu finden. Wenn du allerdings bereits vom Gas gegangen warst, dann hilft nur noch ein leichtes Betätigen der Bremse und die Vorderräder werden wieder mehr Grip zur Übertragung der Lenkkräfte bekommen.

Nachteile der Gewichtsverlagerung nach vorne

Verringerung der Traktion an den Hinterrädern

Wenn du schnell und kräftig auf die Bremse trittst, wirst du bemerken, dass die Hinterräder als erstes blockieren werden (ohne ABS). Das ist der Hauptgrund, warum die meisten Fahrzeuge hinten kleinere Bremsen verbaut haben. Trotz dieser Tatsache werden die hinteren Räder leicht blockieren, wenn du die Bremse zu kräftig nutzt. In einer Kurve zu bremsen sollte aus dem gleichen Grund gemieden werden. Ein Fahrzeug kann leicht ins übersteuern geraten, wenn du diesen Rat nicht befolgst.

Wechsel der Gewichtsverlagerung

Um die besten Rundenzeiten zu bekommen, musst du entweder beschleunigen oder hart bremsen auf den Geraden. Jedes Zögern bedeutet, dass du Zeit verlierst und nicht so schnell bist, wie du sein könntest. Wenn man zwischen Beschleunigen und Bremsen wechselt, wirst du bemerken, dass dein Fahrzeug stärker darauf reagiert und das Gleichgewicht deines Fahrzeuges schwierig zu halten ist. Die verstärkten Auswirkungen werden durch das Ausfedern des Fahrwerkes bewirkt.

Lenken

Gewichtsverlagerung durch Lenken
Gewichtsverlagerung durch Lenken

Es ist wichtig beim Durchfahren von Kurven die seitliche Gewichtsverlagerung zu berücksichtigen. Wenn du progressiv in eine Kurve einbiegst und dich nicht in die Kurve schmeißt, dann wird die Gewichtsverlagerung weicher erfolgen und das Fahrzeug bleibt stabiler. Weil die kurvenäußeren Räder die größere Belastung tragen, wird ein progressives Einlenken mehr und mehr diese Räder belasten und diese werden umso mehr Grip aufbauen. Das wird dir helfen, die Kurven mit einer höheren Geschwindigkeit zu durchfahren, bevor die Haftung verloren geht. Wenn du jedoch das Auto in die Kurve wirfst, wird die plötzliche Gewichtsverlagerung dein Auto instabil machen und die Räder werden die Haftung verlieren. Also wieder einmal – schön ruhig und weich fahren und nichts mit der Brechstange versuchen.

Ein Beispiel

Nimm ein Auto mit Frontmotor und Heckantrieb und wirf es schwungvoll in eine Kurve während du gleichzeitig leicht beschleunigst. Das nachfolgende Diagramm zeigt dir die Traktion eines jeden Rades. Die Größe der Kreise steht für die Menge an Haftung. Die grünen Flächen zeigen wieviel von dem verfügbaren Grip durch die Kurvenfahrt genutzt wird und die orangen Flächen zeigen wieviel durch beschleunigen oder bremsen.

Traktion – hartes Abbiegen mit leichter Beschleunigung
Traktion – hartes Abbiegen mit leichter Beschleunigung

Die vorderen Räder haben natürlich mehr Traktion als die Hinteren – das liegt am Gewicht des Motors. Jedoch wird im Diagramm sichtbar, dass die meiste Traktion zum Lenken genutzt wird. Es gibt aber noch eine kleine Reserve für den Fahrer, falls die Kurve sich zuzieht. Wenn die lateralen Kräfte an den Vorderrädern zu groß werden und die Haftung überschreiten, dann wird das Auto untersteuern. Die hinteren Räder beschleunigen leicht, benötigen aber weniger Grip. Diese Arbeit erledigen hauptsächlich die vorderen Räder. Wenn der Fahrer jedoch aggressiver ans Gas geht, wird die zu erbringende Haftung (Summe aus Beschleunigung und Kurvenfahrt) überschritten und ein Übersteuern wird resultieren.